Posts mit dem Label 8 Brokate werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 8 Brokate werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 5. März 2021

10 000 Wiederholungen oder 4

10 000 Wiederholungen sind weniger als eine korrekte Bewegung.

Obwohl diese 10 000 nicht verschwendet sind, sind sie höchstens der Weg hin zu dieser einen, korrekten Bewegung.

Und so muss ich auch diesen Gedanken verwerfen, der die Menge der erzeugten Bewegungen für wichtig erachtet.

4 Wiederholungen einer Figur beim Qigong, korrekt ausgeführt, mit dem Atem verbunden, fließend und mit entwickelter Vorstellungskraft, es fällt mir schwer, das höher zu schätzen als ein Set von unendlichen Wiederholungen

- . . . -

und doch ist es so.

Wiederholungen jenseits der 4 sind selten so korrekt wie die erste - Beginnende, die zweite - Korrektere, die dritte - "jetzt wird es gut" und die vierte - in höchster Vollendung.

Danach lässt es oft nach mit der Konzentration und den Verbindungen im Körper.

Mein Bewusstsein steigt dann nach oben in den Kopf und erzeugt damit "obere Fülle"

Ein kurzer Moment der Beruhigung, des Sinken Lassens, gibt mir die Basis, die Verbindung zum Boden zurück, bevor ich die nächste Übung beginne.

4 Bewegungen, regelmäßig, ja, täglich korrekt ausgeführt, entwickeln meinen Körper, entwickeln meine Muskeln und Faszien zu einem verbundenen Ganzen, das meine Aufmerksamkeit durchwandert, Irritationen, Spannungen erkennend und auflösend.

Geht der Atem mit der Bewegung oder geht die Bewegung mit dem Atem?

Beides ist möglich und letztendlich löst sich diese Frage dann auf.

Aber bis dahin geht es so oder so voran.

Da ist die Gefahr einer Täuschung!

Mein Atem kann mit der Zeit tiefer und länger werden.

Oder ich folge den 10 000 Wiederholungen und mein Atem wird kürzer und oft flacher auch.

Meine Wahrnehmung der Zeit verändert sich, je nachdem, wie ich mich bewege und darauf achte. Und damit fällt mir die Veränderung meines Atems, diese Verkürzung und Abflachung nicht auf.

Eine Korrektur wird nötig.

Wer gibt sie mir?

Die Begrenzung auf 4 Wiederholungen gibt mir die Zeit und die Muße, dies sehr genau zu beobachten.

Ich kehre zurück zum Beginn und frage mich wie ein Anfänger:

Was ist korrekt?

Beobachte mich selbst, ob es innen so ist. wie es nach außen hin scheint.

Jedes Mal, dass ich mich bewege, aufs Neue, frage ich mich, beobachte, wie alles zusammenhängt, reguliere mich und meine Bewegungen dahingehend.

Taijiquan, eine Form laufen, die "Lange" vielleicht, mit allen Vorstellungsbildern darin, Bewegung und Atmung verbunden, regelmäßig, mehr bedarf es dann nicht.

Die Gefahr ist möglich, Fleiß in  meinen Bemühungen mit Fleiß in der Menge zu verwechseln.

Und damit bin ich wieder am Anfang, den Kreis neu beginnend.

Sonntag, 1. November 2020

Baduanjin - 8 Brokate


Sammlung meiner Beiträge zu den 8 Brokaten, so wie ich sie übe, damit sie so konzentriert zur Verfügung stehen:

Vorbereitung    linkv

1. Brokate        link1

2. Brokate        link2

3. Brokate        link3

4. Brokate        link4

5. Brokate        link5

6. Brokate        link6

7. Brokate        link7

8. Brokate        link8

Abschluss        linka

Sollte es Fragen dazu geben, bin ich gern bereit, etwas dazu zu schreiben.

Dienstag, 16. Juni 2020

8 Brokate – Abschlussübungen


„Abschlussübungen“




Bemerkungen:

In diesem blog geht es mir nicht darum, eine Anleitung zu schreiben. Vielmehr werde ich meine Gedanken, Beobachtungen und alles, was mir bemerkenswert erscheint, einfach niederschreiben. Ich verweise auf das Buch und nun auch auf das Video dazu.
Diese Übung werde ich 4 mal ausführen oder aber 7 mal, wie der Titel es sagt. Viele Bewegungen kommen immer wieder vor und sollen deshalb nur beim ersten Mal sehr ausführlich durchdacht werden.

Die Abschlussübungen, so wie sie hier beschrieben werden,  gibt es nur bei Jiao Guorui, soweit mir bekannt ist. Meist wird versucht, nach den Übungen eine Art Abschluss herzustellen. Oft sind es nur ein paar einfache Bewegungen. Manchmal auch nur ein gedankliches Loslassen und Entspannen. Ich empfinde diese letzten Bewegungen als wichtig und nehme sie gern mit dazu.

Auch die Abschlussübungen sehen recht einfach aus. Aber Einfachheit sollte mich nicht dazu verleiten, sie weniger genau zu bewegen, sowohl mit den Händen, als auch gedanklich.


Kurzer Ablauf:

- Reibe die Shenshu
- Schließe den Daimai
- Reibe das Dantian
- Wasche die Laogong
- Führe das Qi zum Ursprung zurück






- Reibe die Shenshu

 Nach der letzten Bewegung der 8 Brokatübung befinden sich meine Hände vor meinem Dantian und ich gehe nach links in einen schulterbreiten Stand. Meine Hände führe ich um meinen Körper herum nach hinten. Ich lege sie dann auf meinen unteren Rücken, meine Finger zeigen nach unten.
Abschluss bedeuten auch im Gedanken abschließen, heißt zur Ruhe kommen und die "Ernte einfahren".
Ich führe die Hände kreisförmig über meinen Rücken. Das sind die Stellen, wo innerlich die Nieren liegen. Meine Hände sind warm von den Übungen davor und ich spüre diese Wärme im Rücken. Jeder, der schon einmal Verspannungen im Rücken hatte, kennt dieses wärmende Entspannen gerade dieser Stelle. Ich bewege die Hände nach unten, etwas seitlich auseinander und dann wieder nach oben und zusammen. Mein ganzer Körper senkt und hebt sich dabei leicht.
So wie die Wärme in meinem Rücken zu bemerken ist, stelle ich mir vor, wie sie immer weiter in meinen Körper eindringt, den gesamten Beckenraum durchdringt, stelle ich mir vor, wie sich der Bereich entspannt und innerlich gestärkt und durchströmt wird.
Mein Rücken legt sich gegen die Hände, wenn sich mein Becken senkrecht nach unten setzt und nicht die Hände schieben meinen Rücken vor.
Diese Bewegung sollte 4mal ausgeführt werde. Oft bewege ich diese auch 8mal, weil es so entspannend ist.





- Schließe den Daimai

 Dann nach einem Moment der Ruhe, richten sich meine Fingerspitzen nach vorn aus und meine Hände schieben, streichen nach vorn, entlang der "Gürtellinie". Das spüre ich als eine Art Schließen.
Diese Bewegung ist relativ langsam und ich spüre jeden Punkt über den meine Hände streichen, bis sie sich vorn auf meine Mitte, das Dantian zusammenlegen.
Meine Hände liegen übereinander und natürlich ergibt sich daraus die Frage, welche über welcher liegt. Aber dazu gibt es mehrere Aussagen und ich versuche es oft "natürlich" sich selbst ermitteln zu lassen. Aber es wird empfohlen, auch mal die andere Möglichkeit zu versuche, um eine gewisse Symmetrie zu erreichen.



- Reibe das Dantian

Meine Hände liegen nun über dem Bereich den ich als meine Mitte bezeiche. Je länger ich mich schon im Taiji bewege, desto deutlicher wird für mich, wo sich dieser Punkt befindet, also von innen heraus. Dazu gibt es Bilder und es gibt auch die Aufspaltung in 3 Dantian, wenn jemand entsprechend etwas bemerkt. Für mich kein abgeschlossener Prozess, den ich nicht willentlich forcieren möchte, ohne entsprechende innere Wahrnehmungen zu erkennen.
Ein leichtes Sinken im Inneren leitet das leichte Sinken meiner Hände ein, nach rechts unten beginnend. Ich führe meine Hände in einem von 4 Kreisen, jeder etwas größer werdend, um meine Mitte herum. Und nach einer kurzen Ruhepause, deren Länge ich angemessen empfinde, beginne ich mit einem kleinen Sinken nach links unten 4 Keise, die immer kleiner werden, bis sich meine Hände wieder über meiner Mitte befinden.
Das ist eine äußere Bewegung meiner Hände. Aber im Laufe der Zeit meines täglichen Übens, bemerke ich es mehr als nur an der Oberfläche, gedanklich wirken meine Hände in meinen Bauchraum hinein und dann auch bis in meine Extremitäten, breitet sich wellenförmig Entspannung aus. Es ist fast so, als wenn meine Mitte gleichzeitig um meine Hände kreist obwohl sie sich sichtlich nicht bewegt. Ich reibe meine Hände deutlich spürend über meinen Bauch, manchmal aber auch sehr leicht aufgelegt, oder aber auch mit geringem Abstand zum Bauch hin, immer noch diese Vorstellung der Berührung, des Reibens mir vorstellend.




- Wasche die Laogong

Nach einer kurzen Ruhepause, bewegen sich meine Hände in Bogenlinien vor meinen Körper nach oben bis Brustmitte, die Handflächen aufeinander zu, ohne sich zu berühren.
Ich entspanne, lasse meine Ellenbogen sinken, spüre aber diesen horizontalen Kreis durch meine Arme, so dass die Hände einen doppelten, handbreit Abstand vor meinem Körper haben. Dabei blicke ich geradeaus nach vorn und gleichzeitig innerlich in meine Mitte, meinen gesamten Körper wahrnehmend.
Dann sinke ich etwas und dabei sinkt auch meine linke Hand etwas nach unten. Gleichzeitig steigt meine rechte Hand etwas nach oben. Das ist etwas Balance und das Erspüren, dass meine linke Hand etwas "Fülle" hat und meine rechte Hand "leerer" wirkt.
Dann wechsel ich die Seiten und lasse meine rechte Hand sinken und meine linke Hand steigen.
Meine Handflächen streichen aneinander vorbei, ohne sich direkt zu berühren.
Ich spüre die Wärme meiner Hände in der jeweils gegenüberliegenden Handfläche, wenn sie aneinender vorbeikommen.
Und auch wieder ist es ein Bewegen im gesamten Körper, was ich mit längerer Übungspraxis immer deutlicher spüre. Dazu bemerke ich auch meinen stabilen, verwurzelten Stand
Dieser Übungsabschnitt besteht aus 4 solcher auf- und abwärts streichender Bewegungen. Manchmal gefallen sie mir so gut, dass ich sie dann auch 8mal ausführe.





















- Führe das Qi zum Ursprung zurück

Ich spüre ja dieses leichte Schließen der Hände, ohne dass sie sich berühren. Nachdem nun meine Hände wieder  in Ruhe nebeneinander in Brusthöhe verweilen, löse ich dieses Schließen auf und meine Handflächen neigen sich nach unten, trenne sich und bewegen sich auf Kreisbögen nach außen zu den Seiten, um dann dort langsam nach unten zu sinken und sich am Ende wieder neben meinem Körper zueinander zu wenden. Kurz bevor sie unten angekommen sind, schließe ich auch meinen Schritt, setze meinen linken Fuß zum rechten zurück, so dass ich wieder in meiner Grundhaltung mit den Händen an den Seiten stehe.
Dieses letzte Schließen verdeutlicht sich mir auch als Abschluss meiner Übung und dem Einsammeln meiner Erfahrungen und "Früchte". Es ist etwa so, als wenn ich mir meine Jacke angezogen habe, sie jetzt vorn schließe und dann in meinen Alltag zurückkehre, der manchmal auch etwas kühl und widrig sein könnte ohne dass mich das direkt berührt, weil ich ja meine Jacke angezogen und geschlossen habe, ohne dass ich dadurch allerdings meine Wahrnehmung der Außenwelt abschirmen würde.


Kommt jetzt die große Zusammenfassung der 8 Brokate?

Ohne alles Gesagte noch einmal zu wiederholen, möchte ich nur anmerken, dass ich mir als Ziel gesetzt hatte, die 1000te Wiederholung anzustreben, ohne sie je gezählt zu haben ( also fast 3 Jahre immer morgens mit einigen Ausnahmen, wenn es nicht passte, zeitlich oder auch örtlich...)
Erst bei genügenden Wiederholungen, bei mehr oder auch mal weniger Aufmerksamkeit auf diesen Übungen, entsteht eine Wahrnehmung derselben, die intensiver und mehr von innen betrachte werden kann. Und immer noch entdecke ich beim Nachlesen im Buch etwas, dass sich lohnt mit hinein zu nehmen. Es wäre übertrieben gleich mit allen Hinweisen komplett zu beginnen. Manchmal ist es besser, auch einfach nur ohne weitere Gedanken zu üben, sich eher treiben zu lassen ist genauso wichtig wie das genauere Hinsehen auf Details an anderen Tagen.




(*) Jiao Guorui "Die 8 Brokatübungen", Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft Uelzen, 1996
jetzt: Verlag: Mediengruppe Oberfranken; Auflage: 8


DVD - Die 8 Brokate - Video mit Jiao Guorui Deutsch DVD



Video bei YouTube: von anderen Übenden:

Frau Sylvie Roucoulès - zimisart


Herr Sandro Di Terlizzi




Übersicht der Beiträge:


  1. Brokatübung: https://krabbenhueter.blogspot.com/2020/03/8-brokate-ubung1-halte-das-universum.html
  2. Brokatübung: https://krabbenhueter.blogspot.com/2020/04/8-brokate-ubung-2-den-bogen-spannen.html





Dienstag, 2. Juni 2020

8 Brokate – Übung 8 – auf die Fersen fallen


„Lass dich 7 mal auf die Fersen fallen und vertreibe alle Krankheiten“


 Bemerkungen:

In diesem blog geht es mir nicht darum, eine Anleitung zu schreiben. Vielmehr werde ich meine Gedanken, Beobachtungen und alles, was mir bemerkenswert erscheint, einfach niederschreiben. Ich verweise auf das Buch und nun auch auf das Video dazu.
Diese Übung werde ich 4 mal ausführen oder aber 7 mal, wie der Titel es sagt. Viele Bewegungen kommen immer wieder vor und sollen deshalb nur beim ersten Mal sehr ausführlich durchdacht werden.

Die achte Brokatübung ist symmetrisch ohne Ausrichtung nach links oder rechts.

Die achte Brokatübung sieht recht einfach aus. Aber Einfachheit sollte mich nicht dazu verleiten, sie weniger zu beachten.
Sie ist so gesehen der Abschluss, bei dem ich aber alles noch einmal genau bewegen sollte.


Kurzer Ablauf:

- stehen, Fersen zusammen, Hände vor dem Körper
- Hände auf Brusthöhe heben
- ganzen Körper senken, Arme senken
- Hände zu den Seiten führen
- nach vorn verlagern, Fersen heben
- kurzer Halt
- Haltung auflösen Fersen senken
- Arme im Kreis vor den Körper führen, dann zu den Seiten und nach unten führen
- stehen, Fersen zusammen, Hände vor dem Körper


 Ich stehe in der Ausgangsstellung mit geschlossenen Fersen, die Fußspitzen sind geöffnet. Und ich gebe es ehrlich zu, dass ich nicht wie der Meister es vorschlägt einen Winkel von 90 Grad anstrebe.
60 Grad ist für mich gut, später vielleicht mehr.
Wenn ich so stehe, wirkt mein Körper irgendwie noch offen. Und weil ich das nicht übertreiben möchte, stelle ich mir innerlich ein Schließen im Becken vor, wodurch eine spiralige Verwindung in meinen Beinen entsteht.
Meine Arme sind in einem Kreis vor meinem Körper, mit einer Faustbreite Abstand zu diesem, und meine Hände befinden sich auf Höhe meiner Mitte, mit den Handflächen nach oben ausgerichtet.
Ich spüre diesen Kreis durch meine Arme deutlich. Ich spüre auch das Gewicht in meinen Händen, das diese nach unten zieht und meine Ellenbogen, die nach außen fallen, so dass der Kreis erhalten bleibt.


 Wieder dieses leichte Sinken, dieses Spüren der Züge durch meinen Körper, die dazu führen, das sich meine Arme mühelos anheben bis Brust- oder Schulterhöhe, wenden und dann ablegen.
Noch einmal dieses Gefühl, den Kreis, den meine Arme, Hände und mein Körper bilden und die Vorstellung, wenn jemand dagegen drückt oder an ihnen zieht. Ich bleibe stabil, verwurzelt stehen.



Wieder dieses "den Ball unter Wasser drücken". Ich sinke und lasse meine Arme sinken, meine Hände, die verbunden sind, sinken bis zur Höhe meines Dantien.




 Ich führe meine Hände auf Kreisbögen zu den Seiten. Das fühlt sich an wie in der 4. Brokatübung, nur das mein Blick geradeaus nach vorn bleibt. Meine Handgelenke sind gesunken und durch die Muskeln in meinen Armen spüre ich einen Zug, eine leichte Dehnung.




 Dann löse ich meine Fersen vom Boden. Und ich denke, dass dies der wichtigste Moment bei der 8. Brokatübung ist.
Ich denke "lösen", nicht, ich drücke mich ab.
Lange habe ich bewegt, probiert und darüber  nachgedacht.
Meine Vorstellung dazu ist, dass ich meine Mitte, mein Dantien nach vorn bewege. Mein Körper ist flexibel, hängt von oben herab, hängt nach oben vom Boden.



Wenn ich jetzt meine Mitte nach vorn verlagere, ich könnte mir auch vorstellen, dass jemand vorn an meinem Gürtel zieht, dann spüre ich, wie sich meine Verbindung in den Boden langsam vom Yongquan, dem Quellpunkt unter meinen Füßen, nach vorn zu den Fußspitzen verlagert. Und da ich immer noch hänge, werden sich meine Fersen wie von selbst vom Boden ablösen. Nun muss ich nur noch darauf achten, dass ich mit dem "nach vorn" nicht übertreibe. Es gibt einen maximalen Punkt, an dem ich fast auf den Fußspitzen stehe und meine Fersen ganz hoch gehoben sind. Flexibel, entspannt stehe ich so einen Moment und genieße es, die Züge in den Waden meiner Beine zu spüren.
Ich beobachte auch, wie zwischen meinen Fersen etwas Schließendes wirkt. Wenn ich darauf nicht achte und sie sich abstoßen, zerfällt meine Struktur in den Füßen und wird instabil.
Und neben dem von oben Hängen denke ich auch immer an dieses im Rücken nach unten Sinken, Sitzen, was die Wirbelsäule begradigt und mein Becken kippt.



Dann löse ich auf und lasse mich so zurück auf meine Fersen fallen. Aber die Struktur in meinem Körper bleibt erhalten. Immer noch elastisch, schwingt eine Welle durch meinen Körper, meinen Rücken. Jede Verspannung, gerade auch im Rücken, spüre ich sofort. Es ist wirklich wichtig, dass ich elastisch schwinge, damit sich die Verspannungen auflösen und eben nicht fester werden. Dieses Gefühl des Schüttelns und Vibrierens, wirkt im gesamten Körper auf alle Gelenke.
Es fiel mir am Anfang schwer, zu beachten, das ein gespürter harte Schlag im Rücken nicht erwünscht ist und jede Übertreibung, das Gegenteil, also die Anspannung im Rücken verstärkt und für die Gesundheit daher ungeeignet ist.




Wenn die Schwingungen in meinem Körper abgeklungen sind, steigt eine Entspannungswelle von meinen Füßen ausgehend durch meinen Körper und lässt meine Arme nach oben steigen. Mit den Fingern zueinander und den Handflächen nach unten, steigen sie bis Nabelhöhe und öffnen sich dann zu den Seiten, wo sie wieder nach unten sinken, wobei sich die Handflächen dann wieder nach oben wenden, bis ich in meiner Ausgangsstellung stehe.



Diese Übung wiederhole ich oft 4 mal, so wie alle anderen Brokate oder aber eben, wie es in der Überschrift steht, auch einmal 7 mal.

Zur Atmung: Atmung und Bewegung werden koordiniert. Mit dem Heben der Hände atme ich ein, beim Senken des Körpers und der Arme, Hände zu den Seiten atme ich aus, mit dem Heben der Ferse atme ich ein, beim auf die Ferse Fallen atme ich aus, beim kreisförmigen Heben der Hände atme ich ein, beim Senken und Schließen zur ballhaltenden Haltung atme ich aus.



Ich möchte noch die Sache mit den Füßen erwähnen. Als ich mit Qigong und Taijiquan begann, hatte ich Schuhgröße 45. Jetzt muss ich oft nach Größe 46 oder 47 schauen, wenn ich Schuhe kaufen gehe.
Und das kam so: Jetzt im Nachhinein begreife ich, das meine Fußzehen schon immer sehr angespannt waren und ich sie stark angezogen hatte. Dadurch war auch die Stabilität meines Standes eingeschränkt. Im Verlaufe meiner Übungen hat sich das entspannt. Es gab eine Zeit und ich bewege es auch jetzt ab und zu einmal, dass ich als Vorbereitung beim Sinken in meine Füße, die Zehen ein klein wenig anhebe und dann nach vorn "fallen" lasse. Dadurch stehe ich ganz kurz nur auf dem Ballen und der Ferse, habe aber dann, wenn ich die Zehen wieder ablege eine größere Auflagefläche und spüre wie meine Zehen entspannter sind.
Wenn ich lese, dass ich mit meinen Füßen den Boden greife, dann stelle ich mir vor, wie ich ganz flexibel und entspannt meine Zehen auf den Boden lege.Sie haften auf dem Boden und da mein Gewicht im optimalen Punkt der Fußsohle in den Boden wirkt, werden sie gleichmäßig belastet, müssen nicht aktiv anspannen. Greifen heißt, wie bei der Faust in der 2. und 7. Brokatübung umschließen und etwas was darin wäre, würde nicht zerdrückt werden. Mit Schuhen zu üben ist manchmal unerlässlich. Aber erst Barfuß habe ich dann das entsprechend befreite Gefühl im Fuß und kann ihn angenehm greifen lassen.
Und auch wenn ich bei der 8. Brokatübung mein Gewicht nach vorn verlagert habe, die Fersen gehoben sind und mein Gewicht nur auf die Zehen wirkt, finde ich es wichtig, mir vorzustellen, dass diese flexibel und entspannt sind und ich den ganzen Fuß lang gezogen wirken lasse, keine übermäßigen, schließenden Anspannungen entstehen.




(*) Jiao Guorui "Die 8 Brokatübungen", Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft Uelzen, 1996
jetzt: Verlag: Mediengruppe Oberfranken; Auflage: 8


Video bei YouTube: von anderen Übenden:

Frau Sylvie Roucoulès - zimisart


Herr Sandro Di Terlizzi




Übersicht der Beiträge:


  1. Brokatübung: https://krabbenhueter.blogspot.com/2020/03/8-brokate-ubung1-halte-das-universum.html
  2. Brokatübung: https://krabbenhueter.blogspot.com/2020/04/8-brokate-ubung-2-den-bogen-spannen.html




Zur Atmung:

1B: Atmung und Bewegung werden koordiniert. Bei steigenden Bewegungen atme ich ein, bei sinkenden Bewegungen atme ich aus.

2B: Atmung und Bewegung werden koordiniert. Bei steigenden Bewegungen atme ich ein, bei sinkenden Bewegungen atme ich aus. Wenn ich den Bogen spanne, atme ich ein, ist er gespannt atme ich aus. Aus dem einatmen heraus lasse ich den Bogen los. Beim schließenden Schritt atme ich ein, beim öffnen der Arme zu den Seiten atme ich aus.


Donnerstag, 21. Mai 2020

8 Brokate – Übung 7 – mit Fäusten Kraft vermehren


„Mit ausgestreckten Fäusten die Kraft vermehren“



Bemerkungen:

In diesem blog geht es mir nicht darum, eine Anleitung zu schreiben. Vielmehr werde ich meine Gedanken, Beobachtungen und alles, was mir bemerkenswert erscheint, einfach niederschreiben. Ich verweise auf das Buch und nun auch auf das Video dazu.
Jede Übung werde ich 2 mal zu beiden Seiten ausführen. Viele Bewegungen kommen immer wieder vor und sollen deshalb nur beim ersten Mal sehr ausführlich durchdacht werden.

Orientierung:

Alle Brokate sind symmetrisch. Und doch gibt es zum Teil seitliche Unterschiede. Und dabei war ich mir am Beginn manchmal unsicher, mit welcher Seite ich beginnen sollte. Eine Orientierung dabei war, mich nach dem ersten Sinken nach rechts zu orientieren.

Für die sechste Brokatübung noch einmal nach links ausrichten, in dem ich die rechte Faust schwer und etwas sinken lasse und die Linke leicht und deshalb steigt nach links.


Kurzer Ablauf:

- stehen, Fersen zusammen, Fäuste vor dem Körper
- Fäuste auf Brusthöhe heben
- nach links in einen breiten Stand gehen
- ganzen Körper senken Arme senken
- Fäuste umwickeln
- Fäuste öffnen, zur linken Seite hin aufspannen
- Ruhehaltung
- Haltung auflösen und nach links mit einem Schritt schließen
- Arme zu den Seiten öffnen, dann zusammenführen und den Körper nach vorn ausrichten
- stehen, Fersen zusammen, Fäuste vor dem Körper

Übung nach rechts ausführen …



Ich stehe wieder in dieser Grundstellung mit meinen Fäusten vor meinem Körperzentrum, Faustaugen nach oben. Diese Fäuste, gebildet aus den sich um eine leere Mitte schließenden Fingern, flexibel, entspannt und doch geschlossen und zum Fauststoß bereit. "Den Daumen auf dem Mittel- oder Endglied des Zeigefingers auflegen", lese ich. Oft lege ich die Daumen aber auch seitlich auf Zeige- und Mittelfinger ab.
Ich beobachte den Kreis meiner Arme, die Verbindung zwischen meinen Fäusten, ihr Gewicht, das meine Schultern sinken lässt, die Ellenbogen leicht nach außen fallend, verhindern, dass meine Fäuste zu tief hängen.



Von den Füßen beginnend, löse ich und senke meinen Körper und damit meine Arme und Fäuste leicht ab, als Vorbereitung, um dann meine Arme und meine Fäuste langsam steigen zu lassen.
Auf Brusthöhe angekommen, stelle ich mir vor, wie ich meine Arme ablege und spüre etwas den gleichmäßigen Verbindungen zwischen meinen Gelenken nach, Hände - Füße, Ellenbogen - Knie, Schultern - Hüfte.




Ich verlagere mein Gewicht nach rechts, lasse es in meinen Fuß und darunter in den Boden sinken, generiere so einen stabilen Stand, der gleichzeitig meinen Körper, der vom Kopf her herunterhängt, auszurichten. Mein linkes Bein wird leicht und ich hebe es an, als wenn ich an einer Schnur mein linkes Knie nach oben ziehen lassen würde. Mein linker Fuß ist locker und die Sohle steigt mit Blick zum rechten Bein nach oben. Das bewege ich mühelos und nur so weit, wie ich ohne Anspannung stehen kann. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich so "mühelos" meinen Fuß bis Kniehöhe heben konnte und dabei stabil stehe.
So könnte ich jetzt etwas verharren, kürzer oder länger, verbunden mit meiner Atmung eine Entspannungswelle aus meinem rechten Fuß durch meinen Körper schickend, meine innere Struktur entwickelnd.

Dann sinke ich etwas und mein linkes Bein öffnet sich, damit mein linker Fuß zu einem breiten Schritt, kurz über dem Boden "schleifend" sich zur Seite stellen kann. Mein Sinken bestimmt dabei die Breite meines Schrittes.



Nun stehe ich mit breitem Schritt aber vom Gefühl her noch hoch. Meine Beine bilden fast ein Dreieck, eher ein 5 Eck, weil meine Knie sich über den Füßen befinden.
Jetzt entsteht in mir das gleiche Vorstellungsbild, wie in der 5. Brokatübung. Aus den Füßen, durch meine Beine, in mein Becken baut sich Stein für Stein ein Brückenbogen auf. Ich sitze wieder auf ihm an den Schlussstein denkend und lasse mich langsam etwas nach unten sitzend, sinken. So erreiche ich, dass ich nicht zu tief stehe, obwohl ich vom Vorbild oft dazu herausgefordert werde.
Schrittbreite und Tiefe meines Stehens hängen zusammen und sollten so mit meiner Elastizität und dem Standvermögen meiner Beine abgestimmt sein.





Mit dem Sinken meines Körpers beginnen auch meine Fäuste zu sinken. Es ist wie so oft eine Bewegung, zusammenhängend aus mehreren Bewegungen, die scheinbar gleichzeitig ablaufen.
Meine linke Faust ist etwas schwerer und sinkt deshalb etwas schneller. Beide Fäuste beginnen sich etwas umeinander herum zu bewegen.Ich stell mir vor, wie sie gummiartig verbunden sind. Die linke Faust geht etwas nach innen und steigt dann nach oben. Ich spüre eine "umwickelnde" Kraft



Jetzt entwickle ich meine Struktur und damit die Standhaltung, die ich als Ruhehaltung auch über längere Zeit stehen kann.
Es ist durchaus etwas ähnlich, wie in der 2. Brokatübung, als ich den Bogen spannte. Meine rechte Faust zieht sich vor meine rechten Brust heran und meine linke schiebt sich nach links, vorn, oben und ist über meinem linken Fuß ausgerichtet. Mein Blick ist über die linke Faust hinaus in die Ferne gerichtet.
Ich spüre eine elastische Verbindung zwischen meinen Fäusten, deren Zug und gleichzeitig deren Ausrichtung nach schräg links. Würde jemand von vorn gegen meine Fäuste drücken, könnte ich elastisch und sitzen, diesen Druck in meine Füße und den Boden ableiten, also stabil stehen bleiben.

















Ich kenne eine andere Möglichkeit, die Figur der Ruhehaltung zu entwickeln und wieder aufzulösen.
Aus der Haltung mit breiten Stand und den Fäusten noch oben vor dem Körper, lasse ich diese in Kreisbögen nach unten und zu den Seiten, dann wieder steigend sich bewegen, bis sie sich links über dem Bein befinden, die linke weiter außen als die rechte Faust. dann sinke ich und ziehe wie in der 2. Brokatübung den Bogen auf.
Das erinnert mich etwas an die Bewegung "Fäuste zu den Ohren" aus der 24er Taijiquanform.



Nach dem ich einen Moment in dieser Haltung gestanden habe, löse ich sie auf, ohne aber schlaff dabei zu werden.
Ich verlagere mein Gewicht auf meinen linken Fuß, und drehe dann meinen rechten Fuß leicht nach innen. Die Verbindung zwischen meinen Fäusten lässt diese zusammenkommen und die Verwindungen in meinen Beinen lässt mich meinen rechten Fuß zu meinem linken heransetzen.



In meiner „alternativen“ Variante sinke ich zuerst in meinen rechten Fuß, setze mich also auf mein rechtes Bein und lasse so eine Verdichtung entstehen, lasse meine linke Faust sich in einen kleinen Bogen zu meiner rechten hin bewegen und verlagere dann mein Gewicht aus meiner Komprimierung des rechten Beines heraus, ohne mich direkt vom Boden abdrücken zu wollen auf meinen linken Fuß.
















Nach der schließenden Bewegung folgt eine Ausrichtung meines Körpers nach vorn und meine Arme öffnen sich zu den Seiten, wie ich es schon in anderen Brokaten bewegt habe. Dann lasse ich sie wie auch meinen Körper nach unten sinken und vor meinem Körper wieder diesen Kreis mit den Händen als Fäuste bilden.



Ich könnte nun denken, dass es eigentlich keine Unterschiede in der Haltung zwischen der 2. und 7. Brokatübung gibt, mal abgesehen von der linken Hand als Pfeilhand oder Faust. Ja, sie ähneln sich aber es ist so, dass in der 7. die linke Faust doch mehr innerhalb der Beinlinie steht, also die 2. B. weiter offen ist, in der 2. die "Bogenkraft, in der 7. ehre die "Faustkraft", die meiner Meinung nach doch etwas mehr nach vorn gerichtet ist, geübt wird. In der 7. B. ist deutlich eine spiralige, "wringende" Kraft zu entdecken, in der 2. eher eine öffnende. Erst wenn ich sie über längere Zeit übe, erkenne ich deutlich, wie unterschiedlich sich diese beiden Übungen anfühlen und bewegt werden.

Nun die Bewegung spiegelsymmetrisch mit Schritt nach rechts ausführen.



Das Besondere der 2. und 7. Brokatübungen ist mein Schritt zur linken Seite, wodurch ich meinen Standort verändere und dieser erst wieder in der zweiten Übung mit dem Schritt nach rechts auf die eigentliche Mitte zurückgelangt. Für mich fühlt es sich nun so an, dass ich den größten Teil der 8 Brokate schon "erledigt" habe. Aber die 8. und der Abschluss sind wichtig und nicht zu unterschätzen.




(*) Jiao Guorui "Die 8 Brokatübungen", Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft Uelzen, 1996
jetzt: Verlag: Mediengruppe Oberfranken; Auflage: 8

DVD - Die 8 Brokate - Video mit Jiao Guorui Deutsch DVD


Video bei YouTube: von anderen Übenden:

Frau Sylvie Roucoulès - zimisart


Herr Sandro Di Terlizzi




Übersicht der Beiträge:


  1. Brokatübung: https://krabbenhueter.blogspot.com/2020/03/8-brokate-ubung1-halte-das-universum.html
  2. Brokatübung: https://krabbenhueter.blogspot.com/2020/04/8-brokate-ubung-2-den-bogen-spannen.html